Informationen zu den Kräutern von Maurice Mességué

Anis
Der Anis, der auch "grüner Anis" genannt wird, stammt aus dem Orient, er wächst jedoch heute in unseren Gärten. Seine doldenförmig angeordneten, weißen oder rosa Blüten bringen kleine graubraune, behaarte, eierförmige und an den Seiten etwas gerillte Früchte hervor.

Basilikum
Das Basilikum stammt aus Indien, wo es als Zauberkraut angesehen wurde. Es wird seit langem in unseren Gärten gepflanzt, speziell in Südfrankreich, wo es "Pistou" genannt wird.

Das Basilikum ist eine kleine buschartige Jahrespflanze, die eine Höhe von 20 bis 40 cm erreicht. Es hat längliche Blätter und in kleinen Ähren angeordnete weiße oder rosa- farbene Blüten.

Die Ernte erfolgt hauptsächlich zu Beginn der Blütezeit in den Monaten Juli und August.

Bohnenkraut
Das Bohnenkraut ist eine kleine Gewürz- und Heilpflanze, die seit der Antike wegen ihrer heilenden Wirksamkeit geschätzt wird. Zwei Arten werden in gleicher Weise verwendet: Das Gartenbohnenkraut, eine einjährige kleinbuschige Pflanze mit blasser Farbe, und das Gebirgsbohnenkraut, ein kleiner, langlebiger, teilweise holzartiger Strauch mit lebendigeren Farben und mit größeren Blättern.

Das langlebige Bohnenkraut findet man auf Felsen und trockenen Abhängen, während das Gartenbohnenkraut den sandigen Boden liebt.

Die ganze Pflanze verbreitet einen aromatischen Geruch. Man verwendet die Pflanze ebenso wie die Blüten. Es wird zu Beginn des Sommers geerntet. Das Bohnenkrout gehört zu den "Glückskräutern".

Citronelle
Diese hohe grasartige Pflanze stammt aus Ostasien. Sie wird manchmal indisches Eisenkraut genannt und gehört zu den Grasarten, deren verschiedene Sorten in den heissen Gebieten sehr verbreitet sind: Indien, Madagaskar, Afrika, Antillen.

Das Zitronengras darf weder mit dem Zitronen-Eisenkraut noch mit der Melisse, die manchmal auch Zitronenkraut genannt wird, verwechselt werden.

Eisenkraut
Das offizinelle Eisenkraut, auch "Hexenkraut", "Heiligkraut", "Zauberkraut" genannt, war eine der heiligen Pflanzen der Gallier.

Es ist eine unscheinbare Pflanze mit einem mageren, geraden, steifen Stiel von 30 bis 75 cm Länge, auf dem in Abständen einige armselige, unregelmäßig gezackte Blätter sowie einige steife und dünne Zweige wachsen, die in einer Ähre kleine, lilafarbige Blüten tragen, unscheinbar und so geruchlos wie der Rest der Pflanze.

Das Eisenkraut ist eine langlebige Pflanze, es wächst an Straßenrändern, Abhängen, auf Schutthalden, alten Mauern und auf trockenem Gelände. Die günstigsten Erntemonate sind der Juli und August.

Enzian
Es gibt mehrere hundert Arten des Enzian, doch nur etwa zwanzig davon wachsen in Europa. Sein Name kommt von Gentius, dem König von Illyrien (im heutigen Jugoslawien), der seine Heilkräfte bekannt gemacht haben soll.

Der gelbe Enzian ist einer der schönsten. Er wächst nur im Gebirge, wird oft über einen Meter hoch und hat große ovale, gegenständige Blätter, die den Tau wie ein großes Becken sammeln. Seine Blüten ähneln einem fünfarmigen Goldstern und sind in einer großen Menge am Saum der Krone angeordnet. Verwechseln Sie den Enzian jedoch nicht mit seinem gewöhnlichen Nachbarn auf den Almen, dem giftigen Germer, der die gleiche stolze Krone hat, sich aber durch seine abwechselnd stehenden, auf der Unterseite stärker behaarten Blätter von ihm unterscheidet.

Man verwendet vor allem die Wurzel, die so dick ist wie eine Faust. Aber man muß wissen, dass die Pflanze erst nach 10 oder 15 Jahren des Wachsens blüht, dass sie 60 Jahre alt werden kann und nur alle 4 bis 8 Jahre einen neuen Blütenstengel hervorbringt. Sie muss deshalb vor dem Ausrotten bewahrt werden.

Erdbeere
Die Walderdbeere ist eine kleine, langlebige, niedrige Pflanze, die sich durch Schößlinge ausbreitet. Sie hat gezähnte, dreilappige Blätter mit einer geäderten Oberfläche, in glänzendem Grün, während die Unterseite blass und unbehaart ist. Die Blüten sind gelblich-weiß, manchmal rosa, mit fünf Blütenblättern. Es ist kaum nötig, ihre kleinen, länglichen und roten Früchte zu beschreiben.

Esche
Zur Familie der Ölpflanzen gehörig, ist die Esche mit dem Olivenbaum verwandt. Man verwendet die Blätter, die Früchte und die Rinde des Eschenbaumes.

Es gibt mehrere Arten, von denen die Langesche (auch Hochesche oder Waldesche) die häufigste ist. In Ausnahmefällen erreicht sie eine Höhe von bis zu 40 m, sehr viel öfter aber nur 10 m. Die Blätter der Esche haben eine ungerade Zahl (9-11) von Fingern oder "Fiedern", die gegenständlich angesetzt sind. Sie trägt rötliche Blüten ohne Kelch und ohne Blumenkrone, sowie hängende Trauben aus geflügelten Früchten.

Man findet sie ausschließlich in Europa.

Eukalyptus
Der Eukalyptus oder blaue Gummibaum stammt aus Tasmanien und wurde 1860 ins Mittelmeergebiet eingeführt. Die bekannteste Art ist der kugelförmige Eukalyptus (Eucalyptus globulus), der als einziger verwendet wird. Bei uns erreicht er lediglich eine Höhe von 30 bis 35 m, während er im Ursprungsland bis zu 100 m hoch werden kann. Seine lanzenförmigen, hochkantig gestellten Blätter sind so bekannt wie seine eigentümlichen Blüten, die wie eine Monstranz aussehen, und deren deckelförmige Blütenkrone sich zur Blütenzeit löst. Sein betäubender, sehr aromatischer Geruch ist charakteristisch.

Man verwendet nur die älteren Blätter, die reichhaltiger sind an wirksamen Bestandteilen, darunter das kräftige Eukalyptol.

Fenchel
Der milde oder gewöhnliche Fenchel ist eine langstielige Pflanze, die eine Höhe von 2 m erreichen kann. Die Blätter sind fein gegliedert und stark gezackt. Die Blüten sind sehr klein, leuchtend gelb und doldenförmig angeordnet. Die Früchte sind klein und haben eine Form wie ein längliches Ei.

Gänseblümchen
Gänseblümchen sind in Europa und Kleinasien weit verbreitet - auf Wiesen, Rasenflächen, Weiden und an Wald- und Wegrändern.

Die kleine ausdauernde Pflanze aus der Familie der Korbblütler bildet nah am Boden eine dichte Rosette aus spatelförmigen Blättern. Die Blüten wachsen einzeln auf langen, blattlosen Stengeln und bestehen aus einem Kreis weißer Randblüten, an der Spitze oft rötlich überhaucht, um ein gold-gelbes Zentrum herum.

Wirksame Pflanzenteile: die Blütenköpfe.

Der lateinische Name Bellis Perennis, was wörtlich "schön und ausdauernd" bedeutet, trifft gut auf das Gänseblümchen zu, das vielerorts auch Marienblümchen genannt wird, zur Verehrung der heiligen Jungfrau Maria.

 

Heidekraut
Im Französischen kennt man unter der Bezeichnung Heidekraut zwei Gruppen von Sträuchern. Das "falsche Heidekraut" oder Besenheide, das am meisten verwendet wird, erkennt man an seinen kleinen, rosafarbenen, manchmal auch weißen Blüten, die bei voller Blüte stark ausgeschnitten sind. Die Blüten der anderen Heidekrautarten sind glockenförmig und mehr oder weniger lang.

Das Heidekraut gedeiht in sandigen Gebieten und blüht im Sommer und im Herbst. Die Ernte sollte vorzugsweise zu Beginn der Blütezeit erfolgen.

Kamille
Es gibt verschiedene Arten von Kamille, doch hier handelt es sich um die römische oder edle Kamille. Diese langlebige Pflanze, deren Größe zwischen 10 und 30 cm variiert, besitzt dicht am Stengel sehr kleine Blätter in weißlichem Grün. Die Blüten haben Ähnlichkeit mit kleinen Margeriten, deren Blütenkrone leicht nach unten gebogen ist, sodass man einen gelben, stark gewölbten Blütenboden erkennen kann. Die büschelweise wachsende Pflanze liegt oft auf dem Boden auf, vor allem in Sandböden. Sie strömt einen starken, angenehmen und charakteristischen Geruch aus.

Kirschbaum
Die Waldkirsche, das heißt die echte Süßkirsche in ihrer wilden Form, hat durch Züchtung köstliche Abarten ergeben: z. B. Herzkirsche und Maikirsche. Sie stammen wahrscheinlich aus Kleinasien, und der berühmte Feinschmecker Lucullus hat sie nach Rom und damit nach Europa eingeführt. Vom ernährungswissenschaftlichen Gesichtspunkten ist die Kirsche reich an gut assimilierbaren Zuckern (Lävulose), die für Zuckerkranke gefahrlos sind. Sie enthält auch Karotin.

Der Sauerkirschenbaum (Weichsel) stammt aus Persien und Kurdistan und ist heute in allen gemäßigten Zonen zu Hause. Er ist von kleinerem Wuchs, seine Früchte sind hellrot und haben einen größeren Säure- und Fleischgehalt.

Man verwendet in der Naturheilkunde Rinde und Stengel.

Lavendel
Der Lavendel ist eine Pflanze, die im Mittelgebirge des Südens von Europa selbst auf steinigem Boden wächst. Weiter nördlich kann er auch ohne Schwierigkeiten im Garten angepflanzt werden. Er wächst auf teilweise sichtbaren Wurzeln senkrecht nach oben. Seine kleinen, stark duftenden Blüten in blauen oder violetten Farben bilden eine Ähre am Ende des Stieles. Die Blätter sind klein und weißlich. Sein besonders kräftiger, etwas kampferartiger Duft lässt ihn leicht erkennen.

Lindenblüten
Dieser prächtige Baum erreicht manchmal eine Höhe von 25 m. Seine herzförmigen Blätter laufen spitz zu und haben hervortretende Adern, seine Blüten sind klein und hellgelb. Die Ernte soll während der Blütezeit erfolgen und die Blüten danach im Schatten trocknen. Die Linde wächst in Gartenanlagen, längs der Straße und in den Wäldern.

Lindenbaumrinde
Die Linde ist ein Baum, den man in ganz Europa findet. Das zarte Holz, das sich zwischen dem Herz des Stammes oder der Äste und der Rinde befindet, nennt man "weiche Rinde". Die Ernte erfolgt am besten, wenn der Saft zu steigen beginnt.

Löwenzahn
Jeder kennt diese stengellose Pflanze mit ihrem Milchsaft und ihren flaumigen Samenkörnern, die beim kleinsten Wind weit wegfliegen. Der Löwenzahn ist in seinem Aussehen sehr veränderlich. Man erkennt ihn jedoch an seinem tiefliegenden Blütenschaft, der durch einen Schopf kleiner, gelber und zungenförmiger Blüten gekrönt wird, und an seinen stark gezähnten Blättern, die in einer Rosette am Fuß des Blütenstiels angeordnet sind.

Seine Wurzel ist schwärzlich braun, lang und so dick wie ein Finger. Man verwendet die getrocknete Wurzel und die Blätter, die im Frühjahr oder im Sommer geerntet werden. Die Wurzel erntet man im Herbst, also zu einer Zeit, in der sie die meisten Wirkstoffe besitzt.

Majoran
Zwei verwandte Arten dürfen nicht miteinander verwechselt werden. Die eine, wildwachsend, ist der gewöhnliche Origan und die andere, die auch in unserem Klima gedeiht, nennt man den echten Majoran oder Gartenmajoran oder auch noch Schalenmajoran. Er hat winzige, weiße oder rosa gefärbte Blüten, die in kleinen, zartgrünen Doldentrauben angeordnet sind. Er soll während der Blütezeit geerntet werden, d.h. im August/September. Er wird zu kleinen Sträußen zusammengebunden, die im Schatten getrocknet werden.

Malve
Die Malve ist eine hübsche Pflanze mittlerer Größe mit eingeschnittenen Blättern, die mehr breit als lang und ebenso behaart sind wie der Stiel. Die Blüten sind violett-rosa bis hellviolett mit 5 Blütenblättern in Form eines Schmetterlingsflügels. Sie wächst an Wegesrändern und begnügt sich mit anspruchslosen Böden, man kann sie aber auch im Garten anbauen. Man bezeichnet sie manchmal als "wilde Malve", als "große Malve" oder auch als "falscher Eibisch". Sie blüht ab Mai den ganzen Sommer durch.

Man verwendet die Blüten, die Blätter, manchmal auch die Wurzeln. Beim Trocknen werden die Blüten violett-blau. Bei unseren Vorfahren war die Malve bestens bekannt und wurde sowohl wegen ihrer Qualität als Gemüse als auch wegen ihrer medizinischen Eigenschaften angebaut.

Melisse
Die Melisse wird allgemein Zitronenkraut, Würze der Bienen genannt. Sie ist eine langlebige Pflanze, die in großen Büscheln wächst und eine Höhe von 30 bis 80 cm erreicht. Ihre viereckigen, behaarten Stiele verästeln sich stark während der Blütezeit von Juni bis September. Die Blätter sind von einem kräftigen Grün, leicht behaart, oval und mit stark gezacktem Rand. Die weißen, wenig sichtbaren Blüten vereinigen sich in kleinen Gruppen von 3 bis 6 an den Blattachseln. Die Melisse stammt aus dem Süden der Mittelmeerküste. Sie wird in Frankreich überall angepflanzt und wächst häufig in Wäldern, an Heckenrändern oder an Waldwegrändern.

Sie macht sich durch ihren starken aromatischen Duft bemerkbar, der weitgehend dem der Zitrone entspricht. Man verwendet die Blätter, die kurz vor der Blütezeit geerntet werden, und die Blütenkronen.

Minze
Es gibt vielerlei Sorten wilder oder angepflanzter Minze. Sie haben ungefähr alle die gleichen Eigenschaften. Die wilde Minze wächst an feuchten Stellen, an Flussufern oder an Grabenrändern. Ihre Blätter sind oval, auf der Oberseite dunkelgrün, auf der Unterseite hellgrün und verbreiten einen charakteristischen Duft, wenn man sie zerreibt. Sie wird im Juni und August geerntet.

Olivenbaum
Der Olivenbaum ist schon seit mehreren tausend Jahren in Westasien beheimatet. Er wurde in Griechenland bei der Gründung von Athen eingeführt. Von den Phönikern wurde er dann nach Gallien gebracht. Er wird heutzutage in etwa 30 Ländern der 5 Kontinente angepflanzt.

Es ist unnötig, diesen allseits bekannten Baum mit seinen immergrünen Blättern ausführlich zu beschreiben. Seine gegenständigen Blätter sind oben von einem aschfarbigen Grün und unten von einem seidigen Weiß. Die Blüten sind weißlich. Die Olive ist eine fleischige grüne Frucht, die schließlich schwarz wird, mit einem knochigen Kern.

Quecke
Sie verdankt ihren Namen den Hunden, die die Quecke bei Bedarf als Brechmittel verwenden. Die ausdauernde Quecke ist vor allem in den gemäßigten Breiten heimisch und gilt im Garten als ein rasch wucherndes Unkraut. Sie wird etwa 1 m hoch, hat lange flache Blätter mit scharfer Spitze, schlanke Blütenähren und einen kriechenden, sich stark verzweigenden Wurzelstock. Man gräbt die hellen Rhizome im Frühjahr im Garten aus, wäscht und trocknet sie und schneidet sie in kurze Stücke. Sie sind besonders reich an Kalium und Silicium, Vitamin A und B.

Quendel
Der Quendel oder auch wilde Thymian bildet mit dem richtigen Thymian zwei verwandte Gruppen. Manchmal wird er auch "Schäferinnentee" genannt. Er ist in den gemäßigten Zonen Europas gut bekannt und wuchert wie ein Kraut in Büscheln am Wegesrand, in der Heide, auf Weiden und in den Dünen. Seine winzigen Blätter haben verschiedene Formen, manchmal runde, manchmal längliche. Sie sind jedoch niemals wollartig und weiß am unteren Teil, was sie ja vom richtigen Thymian unterscheidet. Die Ernte erfolgt im Frühjahr und zu Beginn der Blütezeit. Man soll die ganze Pflanze in den Wiesen oder in den Dünen der sonnigen und trockenen Gebiete ernten, wo ihr Duft am stärksten ist.

Rosenblüten
Man verwendet die Blüten der "Rose von Provins", die auch noch "Rote Rose", "Champagner-Rose" oder "Arznei-Rose" genannt wird. Der Rosenstock wächst wild, um jedoch seine Blüten ernten zu können, muss man ihn kultivieren. Er entwickelt sich dann zu einem Busch von 1 bis 1,5 m mit dunkelgrünen Blättern. Die Blumen haben zehn rundliche, kräftig rote Blütenblätter. Sie müssen vor dem völligen Aufblühen geerntet werden, im allgemeinen um den Monat Juni herum.

Rosmarin
Die Griechen nannten ihn "die vortrefflichste Blume". Er ist ein Strauch von 1 bis 2 m Höhe, immergrün, mit zähen Blättern, oben dunkelgrün, auf der Unterseite wollig und mit blau-violetten Blüten am Blattanfang. Der Rosmarin stammt aus dem Mittelmeergebiet, doch findet man ihn heute in vielen Gärten. Die ganze Pflanze verbreitet einen aromatischen Geruch, den man mit Weihrauch und Kampfer vergleichen kann.

Salbei
Er wird "Griechischer Tee" oder "Heiliges Kraut" genannt und seit der Antike verwendet. Sein Name, der von dem lateinischen Wort "salvare" (retten, heilen) abgeleitet ist, deutet seine wunderbaren Eigenschaften an. Der Salbei ist ein Strauch von 25 bis 50 cm Höhe und wächst in vielen Gärten, im Süden von Europa auch wild.

Man verwendet nur seine ovalen, grau-grünen, filzartigen, von feinen Ausschnitten gesäumten Blätter. Der günstigste Erntezeitpunkt ist das Frühjahr. Er kann aber auch im Herbst gepflückt werden. Die Pflanze verbreitet einen sehr aromatischen Kampfergeruch.

Schafgarbe
Diese Pflanze, die bis zu 1 m hoch werden kann, hat sehr lange, schmale, lanzenförmige Blätter. Ihre gelben, weißen oder rosa Blüten bilden kräftige Dolden am Ende des Stiels. Sie blüht ab Juni und wird bis August geerntet. Sie hat viele Namen. Ihr richtiger Name ist "Achillea", sie wird aber auch "Zimmermannskraut", "Tausendlöcherkraut", "Nasenblutenkraut" und "Teufelsvertreiber" genannt.

Die heilige Hildegard, im Mittelalter Abtissin der Benediktinerinnen und wegen ihrer medizinischen Kenntnisse weit bekannt, empfahl die Schafgarbe gegen Herzklopfen und gegen Sehstörungen.

Silberweide
Schon die Ärzte des Altertums schätzten die Weide sehr wegen ihrer medizinischen Eigenschaften. Im 6. Jahrhundert beschreibt Mattiole die Wirksamkeit der Blätter gegen Schlaflosigkeit. Im 7. Jahrhundert gebrauchte man die Rinde der Weide gegen Fieber.

Die Eigenschaften haben ihre Bestätigung gefunden: Die Silberweide ist "ein Baum gegen Schmerzen". Diese Eigenschaften sind auf den Reichtum an Salizylsäure zurückzuführen, die als Medikament unter dem Namen Aspirin weltbekannt geworden ist. Die Silberweide liebt Ufernähe an Flüssen und viel Wasser im Boden. Man findet sie überall in Europa bis 1.800 m Höhe.

Unter den Weiden ist die Silberweide eine der größten, sie kann zu einem schönen Baum von bis zu 25 m Höhe heranwachsen. Der Baum hat aufwärtsstrebende Zweige. Die lanzenähnlichen Blätter von 5-10 cm Länge sind von feinen seidigen weißen Haaren bedeckt, besonders auf der Unterseite. Das weitläufige Wurzelwerk wird zum Befestigen von Uferböschungen, Geröllablagerungen und bei Dammbauten geschätzt.

In der traditionellen Heilkunde und der Volksmedizin wird die Weide wegen ihrer wohltuenden Wirkung bei Schmerzzuständen aller Art eingesetzt. Besonders bewährt hat sie sich gegen rheumatische Schmerzen, durch Bekämpfung der Entzündung. Die Blätter haben eine beruhigende Wirkung, bei Problemen in Zusammenhang mit Nervosität, Angstgefühlen und Schlaflosigkeit. Der Gehalt an Gerbsäure wirkt als Verdauungstonikum.

Steinsame
Der Namen Steinsame geht auf die Früchte zurück, die wie kleine glänzende Steinchen aussehen. Der botanische Namen Lithospermum (aus dem Griechischen) ist die genaue Übersetzung des deutschen Namens Litho = Stein, Spermum = Samen. Es handelt sich um eine winterharte Pflanze mit kurzen rauhen Haaren, kriechendem, verästeltem Stengel mit lanzenförmigen Blättern, und von Mai bis Juli mit kleinen weißen oder gelben Blüten. Der Steinsame ist ursprünglich ein Ackerunkraut, das durch den Gebrauch von Unkrautvertilgungsmitteln genau wie Kornblume und Klatschmohn auf brachliegendes Land, Wälder und Abhänge verdrängt worden ist. Man findet ihn überall in Europa, aber selten über 700 m Meereshöhe.

Wirksame Pflanzenteile: Das ganze oberirdische Kraut. Die traditionelle Heilkunde und die Volksmedizin schätzen die stark wassertreibenden Eigenschaften des Steinsame, der die Ausscheidungsfunktion des Körpers anregt und auf diese Weise das Abnehmen erleichtert. Durch seinen Drainageeffekt beugt er Wasseransammlungen vor, was seine Wirkung gegen Orangenhaut erklärt. Übrigens wird der Steinsame auch gegen Ödeme bei gewissen Formen von Fettsucht angewendet.

Süßholz
Es gibt ungefähr ein Dutzend verschiedener Arten von Süßholz in den 5 Kontinenten, doch das offizinelle Süßholz ist eine Pflanze aus dem Mittelmeerraum, die schon seit langer Zeit verwendet wird, denn das alte Ägypten hatte sie bereits empfohlen. Man nannte sie süße Wurzel, die ebenso berühmt war wegen ihrer beruhigenden Wirkung wie wegen ihres lieblichen Geschmacks.

Das Süßholz ist eine Pflanze von 30 cm bis 1 m Höhe, langlebig, mit einem gestreckten kräftigen und hohlen Stengel. Seine gestielten Blätter setzen sich aus 9 bis 17 kleinen ovalen, ungeteilten grünen Blättern zusammen, die an ihrer Unterseite klebrig sind. Die blaß-blauen oder lilafarbigen Blüten erscheinen im Juni -Juli. Die Wurzel des Süßholzes ist ein stark verzweigter holziger Stock mit einem süßen Geschmack.

Thymian
Man nennt ihn "echter Thymian", um ihn vom Quendel zu unterscheiden. Die Südländer nennen ihn gewöhnlich "Farigoule" oder "Barigoule". Er ist ein Strauch von 25 bis 40 cm Höhe mit dünnen, aber kräftigen Blättern von einem staubigen und weißlichen Aspekt und lebhaft roten Blüten. Man findet ihn in warmen und sonnigen Gegenden. Er wird von April bis Juni geerntet, d.h. während der Blütezeit im Frühjahr bis zum Beginn des Sommers.

Wacholderbeeren
Es sind kleine, bläuliche Beeren, die Früchte des gemeinen Wacholderbaumes. Dieser kleine Nadelbaum, Wacholder oder auch Petron genannt, mit kleinen, spitzen, spindelförmigen Blättern, wächst in Form einer schmalen Pyramide. Die Früchte haben einen Durchmesser von 5 bis 7 mm und tragen an der Spitze eine sternförmige Ritze. Sie bleiben 2 Jahre lang grün, bevor sie reif werden. Sie sind dann blauschwarz. Der Wacholderbaum ist in ganz Frankreich verbreitet bis ins Hochgebirge.

Wiesenkönigin (Mädesüß)
Auf sumpfigen Wiesen, in feuchten Wäldern und an Wasserläufen bildet Mädesüß in Europa, Asien und im östlichen Nordamerika große Kolonien. Der Stengel wird 1 m hoch; er ist steif und rötlich. Die gezahnten Blätter sind dunkelgrün, oberseits runzelig und unterseits mit weißem Flaum bedeckt. Die cremefarbenen Blüten stehen in dichten Büscheln und blühen im Hochsommer. Man erntet und trocknet die ganze Pflanze, wenn sie zu blühen beginnt, wobei man auch die Wurzeln sammelt.

Wild-Orangenknospen (Bigaradier)
Der Orangenbaum, der am meisten verwendet wird, ist die wilde Orange oder Bigaradier (Bitterorange). Dieser Baum stammt aus Indien und China und ist an allen Mittelmeerküsten verbreitet. Es ist ein schöner Strauch mit dornigen Ästen, dunklen, immergrünen Blättern und weißen Blüten, die zu 2 oder 3 verbunden sind und angenehm durften.

Man verwendet sowohl seine Blüten als auch seine Blätter. Mit seinen Blüten oder Knospen stellt man das Orangenblütenwasser und das Neroli-Öl her, die die Grundlage für Kölnisch-Wasser guter Qualität bilden. Von der Bitterorange (Bigaradier) wird nur die Fruchtschale verwendet, während die Frucht des süßen Orangenbaums sehr geschätzt wird.

Ysop
Das Essigkraut (Ysop) wächst in kleinen Büschen von 20 bis 50 cm, die sich schnell ausbreiten und die kalkhaltigen Gegenden in Südfrankreich bevorzugen. Die ganze Pflanze strömt einen angenehmen, sehr aromatischen Duft aus und besitzt einen scharfen, etwas bitteren Geschmack. Man verwendet die Blätter und die oberen Blüten.



Zubereitung und äußerliche Anwendung der Kräuter