
| Geschichtlicher Überblick der traditionellen tibetische Medizin Es gibt 3 Aspekte der Entwicklung der tibetischen Medizin: 1. Durch die Erfahrungen der Menschen - das Lernen von der Natur. Menschen werden mit verschiedenen Problemen konfrontiert und versuchen diese mit Hilfe von richtiger Ernährung und Verhalten zu beheben. 2. Durch Menschen, welche besondere meditative Fähigkeiten besitzen - sie entdeckten dieses medizinische System durch ihre Meditation. Indem das innere Potential entwickelt wird, entwickelt sich Weisheit. Durch die Kraft dieser Weisheit wird die Funktion der Kräuter u. anderer Heilmittel gesehen und wie sie auf bestimmte Probleme Einfluss nehmen. Die Embryologie wird in der tibetischen Medizin sehr genau und detailliert beschrieben - das Wachstum des Embryos vom Augenblick der Empfängnis an, wie sich dieser jeden Tag und jede Woche verändert. Diese Erklärungen decken sich mit den Untersuchungen der westlichen Medizin, doch wurde diese lange vor der Zeit entdeckt, bevor es technische Hilfsmittel gab. Dies was möglich durch die große Weisheit dieser Menschen, welche mit ihrem dritten Auge dies erkennen konnten. Wenn dieses geöffnet ist, kann man grenzenlose Dinge sehen und erkennen und so ist die tibetischen Medizin auf diese meditative Einsicht zurückzuführen. 3. Das medizinische System von anderen Wesen - die Tibeter glauben, dass vor den Menschen andere Wesen existierten, welche sich nicht in materieller Form manifestierten - ma.sang, ma.mo, tu.rang - viele Methoden stammen von dieser Art von Wesen. Dies ist mit dem schamanistischen Heilen verbunden, dem Heilen durch zusammenhängenden Funktionen - durch die Natur, Klang usw. |
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| Vor 2000 Jahren entstand der erste Text in original tibetischer Sprache - Bum.shi - wurde ständig über die Jahrhunderte weiterentwickelt. Im 8. Jahrhundert gab es einen sehr berühmten tibetischen Arzt namens Yutog Yönten Gönpo, welcher diesen Text überschrieb. Dieser neue Text heißt Dshu.shi - die vier Medizin-Tantras. Jeder tibetische Arzt studiert diesen Text während seiner Ausbildung vier Jahre lang. Man sagt, wenn jemand diesen Text studiert hat, weiß er etwas über tibetische Medizin. Yutog gründete die erste tibetische Medizinhochschule und schuf die unterschiedlichen Stufen für Ärzte. Nach 12-jährigen Studium hat man dann die Stufe eine Doktors der tibetischen Medizin erlangt. |
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| Während dieser Zeit lebte auch eine sehr berühmte Heilerin - Yeshe Tsogyal - sie konnte Menschen durch ineinandergreifende Funktionen heilen. Danach entwickelte sich die tibetische Medizin sehr gut im Laufe der Jahrhunderte. Im 14./15. Jahrhundert entwickelten sich zwei berühmte Schulen der tibetischen Medizin: die Tshamba-Schule und die Surpa-Schule. Sie unterscheiden sich in der unterschiedlichen Methode der Diagnose. Im 17. Jahrhundert gründete der V. Dalai Lama eine neue medizinische Hochschule, die sehr berühmt wurde, die Chakpori-Schule. Während dieser Zeit entstanden die berühmten speziellen Zeichnungen und Malereien der tibetischen Medizin. Im 18. Jahrhundert gab es einen berühmten Doktor, namens Dshu.mar - er schrieb ein spezielles Buch für die Pharmalogie, welches die Beschreibung von Kräutern, Mineralien, Teilen von Tieren enthält. Er beschreibt darin 2300 verschiedene Kräuter. Man nennt dies shel.kum.dzang (bedeutet etwa Glasmala) Im 19. Jahrhundert gab es die berühmten Gelehrten Kongtrul und Mipham. Sie waren Gelehrte und Ärzte und trugen einen bedeutenden Teil zur Weiterentwicklung der tibetischen Medizin bei. Unser Studium hier ist immer mit der Linie von Mipham verbunden, da Dr. Nida ganz besonders mit dem Studium von Mipham - Gyu-Mipham verbunden ist. |
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Auszug aus einem Vortrag von Dr. Nida Chenagtsang im Shang Shung Institut
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