LEINDOTTERÖL


Leindotter (lat. Camelina sativa)
Gold of Pleasure

Weitere gebräuchliche Namen:
Buttersamen
Schmalzsaat
Butterraps
Dotterkraut
Rillsaat
Finkensamen
gemeine Cameline
"deutscher Sesam?
Sibirische Ölsaat
亚麻荠属 ya ma qi shu


Leindotter als alte Kulturpflanze wird in Europa schon seit Jahrhunderten angebaut und ist seit der Eisen- und Bronzezeit ein bedeutendes landwirtschaftliches Getreide. Vom römischen Reich bis zur Entdeckung des Gases und der Elektrizität, stellte dieses Öl ein wichtiges Nahrungsmittel dar ? unter anderem wurde es für den Betrieb von Öllampen verwendet.
Bis heute ungeklärt ist, warum der Anbau des Leindotters im Mittelalter mehr oder weniger in Vergessenheit geriet.
Erst in der letzten Zeit gewinnt der vielseitige Leindotter wieder an Bedeutung und die Landwirtschaft entdeckt ihn wieder als genügsame Pflanze. Die Presse berichtet neuerdings immer häufiger über die vielen positiven Effekten des Leindotters auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden.
Heute ist der Leindotter von Nordafrika, über Europa bis Asien verbreitet.

In unseren Breiten wurde der Leindotter vor etwa 3500 Jahren erstmalig gesichtet ? dies belegen Funde aus Keltensiedlungen. Seine Dienste nahm man damals öfter in Anspruch als beispielsweise von Mohn und Leinen. Und er hatte es damals leicht, denn er ist Umgänglichkeit und hat einen guten Geschmack. Später, im Mittelalter, kam der Anbau von Leindotter aus bislang unklaren Gründen zum Erliegen. Nur in Kriegszeiten wurden seine Dienste benötigt. War man in Deutschland vom Weltmarkt abgeschnitten, konnte sein gutes Öl sehr nützlich sein. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs verschwand er wieder völlig. Doch es sollte nur noch Jahrzehnte dauern, bis er in der Öffentlichkeit wieder auftrat. Private Anbauversuche machten es ihm in den letzten Jahren möglich, viele neue Felder zu erobern. Denn seine Dienste als "Doppelagent" sind heute in der ökologischen Landwirtschaft sehr gefragt. Einmal leistet er einen optimalen Ölertrag und er verhindert zudem Unkrautbewuchs in den Hauptfrüchten Gerste, Erbsen, Bohnen und Weizen.

Eine alte Geschichte: Der letzte deutsche Kaiser verfügte einen Erlass, in dem dieser dem Leindotter wegen einer Pilzerkrankung die Einreise und Arbeitsgenehmigung in Deutschland verweigerte. Das ist zwar schon fast 100 Jahre her, doch fühlt sich die EU-Bürokratie in Brüssel "unserem Wilhelm Zwo" immer noch verpflichtet. Statt positiv verlaufene Fütterungsversuche mit dem Leindotter ernst zu nehmen, bleibt das Futterverbot bestehen. So ist ihm eine Karriere als hochwertiges Futtermittel oder Energielieferant versagt. Ein klassisches Berufsverbot (Lit. 1, Umweltmagazin Saar 1/2006)



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