Die Biochemie der Zelle

„Bios“ heißt Leben. Die Biochemie ist also die „Chemie des Lebens“. Leben ist Bewegung und Bewegung ist Stoffwechsel. Es erfolgt der ständige Um-, Ab- und Aufbau von allerlei Stoffen mit dem Ziel: Energiegewinnung!

In den letzten 100 Jahren hat die Biochemie als Zweig der Naturwissenschaften grosse Fortschritte gemacht. Die Grundaussagen reichen aber weit in die Geschichte zurück: bis Hippokrates (4./5. Jahrh. vor Christus) und Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus (1493-1541).
 Schüssler Salze
 

 
 Biochemische Heilweise nach Dr. Schüssler

Das Heilverfahren nach Dr. Schüssler basiert auf der Erkenntnis, dass in allen Zellen des lebenden Organismus eine Reihe von Mineralstoffen enthalten sind. Im Blut ist sämtliches Material für alle seine Teile enthalten, denn es besteht aus Wasser, Zucker, Fett und Eiweißstoffen sowie aus Kieselsäure, Eisen, Kalk, Magnesium, Natrium und Kalium, gebunden an Phosphorsäure, Kohlensäure, Schwefelsäure und Chlor.
Als besonders wichtig erkannte er zwölf Mineralsalzverbindungen, die er auch bestimmten Organfunktionen bzw. Stoffwechselprozessen zuordnen konnte. Das ist sein besonderer Verdienst und der Ansatz der Heilmethode.
1874 veröffentlichte er eine kleine Broschüre mit dem Titel: “Eine abgekürzte Therapie, gegründet auf Histologie und Cellularpathologie“.
Zu dieser Zeit hatte sich Dr. Schüssler bereits intensiv mit der Homöopathie nach Hahnemann, der Zellularpathologie von Virchow und den Arbeiten von Moleschott und Liebig über den Mineralhaushalt der Tiere und Pflanzen beschäftigt.
Die zwölf von Schüssler benannten „vitalen Mineralstoffe“, wie sie in der Biochemie auch genannt werden, sind numerisch geordnet und heute der modernen internationalen Nomenklatur angepasst.
In seiner ersten Veröffentlichung schreibt Schüssler:“Die oben genannten Stoffe sind die Baumaterialien und die Funktionsmittel der Gewebe. Baumaterial sind sie durch ihre Masse, Funktionsmittel durch ihre Qualität.“
 
 

 
 Aktivieren der Selbstheilungskräfte

Schüssler war, trotz kritischer Auseinandersetzung mit der Homöopathie, überzeugt, dass es bei der Heilung gesundheitlicher Störungen darauf ankommt, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren.

Homöopathische Mittel können das aufgrund der Feinstverteilung ihrer Wirkstoffe besonders gut.
 Schüssler Salze
 

 
Die Herstellung der biochemische Mittel

Nur kleinste Stoffmengen in feinster Verteilung, wie sie im Blut und Zellen vorkommen, geben die Startsignale für die Selbstheilung. Bis zur Molekülgröße aufgeschlossen, können die Schüsslersalze die Zellmembran passieren und Störungen der Molekularbewegung, typisch für eine kranke Zelle, beseitigen. Die Zelle kann sich biologisch-biochemisch regenerieren.
Schüssler schrieb: „ Wenn man die anorganischen Bestandteile der Gewebe zu Heilzwecken anwendet, so müssen die in kleinen Gaben gereicht werden. Für die Zellular- und Molekulartherapie ergibt sich die Notwendigkeit der Verabreichung in kleinen Gaben aus dem, was Professor Virchow in seiner Zellularpathologie von den Funktionen der Gewebe, insbesondere von den unsichtbaren elektrischen Molekülen des Nervengewebes gesagt hat“.
Die moderne Biochemie hat diese Auffassungen inzwischen mit wissenschaftlichen Methoden nachvollzogen.

Die homöopathischen Potenzen

Homöopathische Mittel werden nach verschiedenen Skalen zur Verdünnung der sogenannten Urtinktur hergestellt. Am häufigsten sind die Dezimalskala (D) mit einem Verdünnungsfaktor von 1:10 und die Centisimalskala ( C) mit einem Verdünnungsfaktor von 1:100.
Zwischen den einzelnen Verdünnungsschritten wird jeweils kräftig und rhythmisch geschüttelt, auch das genau nach Vorschrift. Je verdünnter ein homöopathisches Mittel vorliegt, um so stärker wirkt es. Eine C30 Potenz wirkt also stärker als eine C3 Potenz.

Normalpotenzen für den Alltag

Am häufigsten zum Einsatz kommen im Alltag die von Schüssler benannten „Normalpotenzen“ seiner Lebenssalze. Das ist die Potenz D6, nur bei Calcium fluoratum, Ferrum phosphoricum und Silicea ist es die Potenz D12.
 
 

 
 Das Einnehmen der Salze

Die beste Wirkung wird erzielt, wenn die Tabletten jeweils ¼ bis ½ Stunde vor einer Mahlzeit eingenommen werden.

Keinesfalls werden die Tabletten einfach geschluckt. Die optimale Wirkung entfalten sie, wenn sie langsam im Mund zergehen. Die feinstverteilten Wirkstoffe können durch die Mundschleimhaut bereits aufgenommen werden und gelangen in die Blutbahn. Das ist wichtig und gehört mit zum Heilplan.

Gehemmt werden kann die Aufnahme durch Kaffee, Schwarztee, Pfefferminze, Kakao, ätherische Öle und künstliche Süßstoffe. Während einer Behandlung wird in der Regel 1 Tablette alle 1 bis 2 Stunden genommen.
Bei akuten Zuständen 1 bis 2 Tabletten alle 5 Minuten. Bei chronischen Erkrankungen 3 bis 6 mal täglich 1 bis 2 Tabletten am Tag.

Verschiedene Schüssler Salze werden in der Regel nicht gleichzeitig eingenommen. Sollte die Einnahme von zwei Mitteln doch angezeigt sein, werden die Tabletten entweder im stündlichen Wechsel oder einen um den anderen Tag eingenommen.

Eine Ausnahme ist die Nr. 7, das Magnesium phosphoricum. Angewendet bei Schmerzen und Krämpfen werden davon 10 Tabletten in einem Glas mit heissem Wasser gelöst und schluckweise getrunken.