Loslassen – wie klappt es wirklich?

Das Leben ist voller Überraschungen. Manche sind besser, manche sind schlechter. Dabei ist es wichtig, sich auch mit negativen Gefühlen auseinanderzusetzen und diese anschließend im richtigen Zeitpunkt loszulassen. Damit euch das möglichst gut gelingt, haben wir für euch sechs einfache Möglichkeiten gesammelt wie euch das Loslassen besser gelingen kann.

Negative Emotionen ausdrücken

Gerade für verschlossene Typen, die Emotionen für sich behalten und alles mit sich selbst ausmachen, ist es oft schwer Gefühle in Worte zu fassen. Aber auch für Menschen die sich von den eigenen Emotionen komplett überwältigen lassen, scheint eine Veränderung zunächst einmal sehr unrealistisch. Doch bereits ein paar kleine Verhaltensänderungen, können schon einen gewaltigen Unterschied ausmachen.

Nimm dir einen Moment wenn du sauer oder verletzt bist und versuche eine objektive Sicht zu gewinnen. Dann rede mit jemandem darüber. Im ersten Schritt, wenn die negativen Gefühle auf uns einprasseln neigen wir dazu sehr überzogen zu reagieren und Dinge zu sagen, die wir später bereuen. Versuche einen Schritt zurück zu gehen und so banal es klingt: Atme tief durch! Erst im nächsten Schritt lässt du deinen negativen Emotionen ihren Lauf.

  • Vertrau dich jemandem an der dich gut kennt und dir nahesteht. Das kann z.B. ein Freund sein, ein Familienmitglied oder ein Kollege, dem du besonders vertrauen kannst.
  • Oder: Wenn Reden zu schwer erscheint, kann dir auch Schreiben helfen. Mittels Tagebuch oder kurz als Notiz am Handy verfasst. Natürlich geht das auch ganz klassisch in einem offenen Brief. Tägliches Reflektieren, ist ein einfacher Weg, um Gefühle auszudrücken, anstatt ihnen nachzugeben.

Beide Möglichkeiten sind nicht sehr aufwendig, aber äußerst effektiv. Emotionen in Worte zu fassen kann zwar einschneidend wirken, lässt uns danach aber mit einem besseren Gefühl zurück.

Sich selbst zu akzeptieren ist das A und O.

Selbstakzeptanz – die wahre Superkraft!

Selbstakzeptanz

Loslassen zu lernen braucht Übung. Das Verhalten im Umgang mit Negativität zu ändern ist zwar hilfreich aber nur der erste Schritt. Als nächstes kommt die Selbstakzeptanz.
Einfach mal so sein dürfen, wie man wirklich ist und zu sich selbst stehen – das ist eine Superkraft! Also verteidige das! Wenn du loslassen und gut leben möchtest, sei nett zu dir selbst. Nimm deine eigenen Überzeugungen an. Halte an deinen Werten fest. Deine Individualität ist eine Stärke.

Wenn du unter geringem Selbstwertgefühl leidest, frag dich einmal, ob du das bei deinem Kind akzeptieren würdest? Würdest du wollen, dass es verbittert in der Vergangenheit haften bleibt? Emotionen wie Verbitterung helfen nicht weiter – sie halten dich zurück. Ein ständiges Vergleichen ist ein Zeichen dafür, dass du Angst hast, loszulassen. Hier ist deine Chance, eine Pause vom Leben auf Autopilot zu machen und eine positive Veränderung vorzunehmen.

Lächle deinem inneren Kritiker zu

Lass deine innere Kritik unbewertet. Nimm sie wahr und versuche sie neutral zu betrachten anstatt sie zu verdrängen. Denn unsere “schlechten” Gedanken verdrängen zu wollen ist unnatürlich und wird nicht funktionieren. Schließlich ist diese Art des Denkens evolutionsbedingt, indem sich negative Erlebnisse oder Ängste einprägen, damit wir in Gefahrensituationen höhere Chancen aufs Überleben haben.

Aber man darf sich gerne auf die Schulter klopfen, wenn man sich beim Selbst-Kritisieren ertappt und seine negative Gedankenspirale durchschaut hat. Wenn das geschehen ist, können wir durchatmen und einfach mal mit einem Lächeln zu uns selbst sagen: “Aha, ertappt. Schon wieder die alte Leier von wegen ich bin nicht gut genug…” Dann überlegen wir uns, woran wir nun lieber denken möchten. So haben wir Platz für positive Gedanken geschaffen ohne uns selbst zu kasteien, oder negative Gefühle vermeiden zu wollen.

Die folgende Übung aus der Meditation kann dabei helfen Ruhe zu finden und das Loslösen zu üben:

Stell dir einen Fluss oder Bach vor, auf dem Blätter und kleine Äste mit der Strömung davon treiben. Versuch dich darauf zu konzentrieren bis du irgendwann von einem Gedanken unterbrochen wirst. Ob dieser Gedanke für dich positiv oder negativ ist, spielt dabei überhaupt keine Rolle. Versuche dir ein Symbol stellvertretend für diesen Gedanken zu überlegen (z.B. eine Comic Figur, eine Person oder einen Gegenstand) und platziere ihn in deiner Vorstellung auf einem der Blätter, die mit dem Wasser davon treiben. Beobachte wie er sanft auf dem Blatt davon schwimmt, bis irgendwann der nächste Gedanke aufzieht. Sollte ein Gefühl mit einem Gedanken aufkommen, stell dir auch dieses Gefühl als Symbol vor (z.B. ein roter dampfender Kochtopf beim Gefühl von Wut) und setze es auf das nächste vorbeitreibende Blatt.

Mit dieser Übung kannst du lernen Abstand zu gewinnen, indem du alle Gedanken und Gefühle als gegeben akzeptierst, aber dich nicht länger selbst damit identifizierst. Du wirst sehen, nach einigen Übungen wird das Loslassen auch im Alltag schneller funktionieren.

Gedanken der Vergangenheit vs. Leben im Jetzt

Das Geheimnis des Glücklichseins? In der Gegenwart leben.
Wie man so schön sagt: Lass das Alte ruhen. Also lass die Vergangenheit da, wo sie hingehört. An ihr festzuhalten schadet nur. Veränderungen können uns zwar manchmal ängstigen. Doch die Entscheidung, sie als Chance anzusehen und an ihnen zu wachsen, kann Veränderungen zu einer positiven und spannenden Herausforderung machen.

Ewiges Grübeln über die Vergangenheit und Vorfälle aus der Vergangenheit bringen dir selten etwas. Im Gegenteil: Wenn du in der Vergangenheit lebst, verpasst du die Chance, den heutigen Tag zu einem großartigen zu machen. Lass es gut sein und tritt ein in das Hier und Jetzt.

Erschaffe dir eine gesunde Lebensbalance

Loslassen bedeutet, aufmerksam und präsent zu sein. Und um das zu erreichen, benötigen wir eine gesunde Lebensbalance, die Geist und Körper vereint.
Ermutige deinen Geist, sich mit positiven Gedanken zu umgeben. Verweile dabei nicht unnötig bei Negativem und übe dich stattdessen in Dankbarkeit. Feiere dich mit Selbstpflege. Ein entspannendes Schaumbad vor dem Schlafengehen. Eine schnelle Meditation, bevor der Tag beginnt. Es sind die kleinen Momente, die es schaffen, dich selbst wieder auf Kurs zu bringen.

Für den Körper stehen Ernährung und Genuss im Vordergrund. Entscheide dich für eine ausgewogene Ernährung und finde Freude an deinem Training. Wenn du eine gewisse Balance in deinen Alltag aufnimmst, ist Loslassen eine weniger schwere Aufgabe.

Identifiziere deine emotionalen Gewohnheiten

Wenn wir unser Verhalten und unsere Gewohnheiten zum positiven ändern, schleicht sich früher oder später der innere Schweinehund wieder ein. Alte Gewohnheiten tauchen leicht wieder auf. Meist liegt es aber an emotionalen Auslösern, weshalb dein altes Verhaltensmuster wieder auftaucht. Oft ist es der Belohnungseffekt, der für uns viele schlechte Angewohnheiten rechtfertigt. Versuche deine Gedankengänge in diesen Situationen bewusst wahrzunehmen und identifiziere die emotionalen Auslöser, an denen du arbeiten musst.

Nutze hierfür schnelle und einfache Möglichkeiten, wie:

  • Achtsamkeits Apps. Das Nachvollziehen deiner Stimmungen und Emotionen mit Apps wie MoodTrack Diary oder MindShift ist einfach, wenn du unterwegs bist.
  • Schreib deine Gedanken und Gefühle ein paar Minuten pro Tag auf und bringe sie so an die Oberfläche.
  • Zeit für sich selbst. Nimm dir ein paar Augenblicke Zeit, um durchzuatmen und zu verarbeiten. Wenn du aufwachst, wenn du bei der Arbeit ankommst oder bevor du zu Bett gehst. Atme durch und achte darauf wie du dich fühlst, dann veränderst du dich bewusst.
  • Stelle Fragen. Diejenigen, die dir am nächsten stehen, kennen dich gut, also frage bei ihnen nach Feedback. Unsere Lieben können oft genau die emotionalen Druckpunkte aufgreifen, die wir selbst so gerne vermeiden.

Wenn du Verantwortung für dein Handeln übernimmst, ändert sich alles. Positive Gedanken beginnen mehr Raum einzunehmen, negative Gedanken fallen eventuell weniger auf und halten dich nicht mehr zurück. Und es sind nur kleine Schritte erforderlich, um dies zu erreichen. Genieße den Prozess des Loslassens, du hast es verdient.

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2019-11-15T17:55:45+01:00