Dr. Frass im Interview: Homöopathie bei übermäßigem Schwitzen

Schwitzen ist ein natürlicher und wichtiger Schutzmechanismus unseres Körpers vor der Hitze. Wir geben durch unseren Schweiß Wärme ab, damit sich unsere Körpertemperatur wieder regulieren kann. Übermäßiges Schwitzen, sogar bei normalen Temperaturen und keiner bis wenig anstrengenden Körpertätigkeit, kann für manche unangenehm und mühsam sein. Dafür gibt es verschiedene Gründe.
Wir haben den Homöopathen Dr. Michael Frass zu diesem Thema befragt und wollten herausfinden, ob und wie Homöopathie bei übermäßigem Schwitzen helfen kann.

Redaktion: Weshalb leiden manche Menschen an verstärkter und unkontrollierbarer Schweißproduktion, unabhängig von der Temperatur, als andere?
Dr. Frass: Die Schweißproduktion kann bei manchen Menschen über ein als normal empfundenes Maß ansteigen und zeitweise oder dauerhaft gestört sein. Der medizinische Fachausdruck dafür ist „Hyperhidrose“. Dabei tritt das übermäßige Schwitzen vornehmlich untertags, dagegen nicht nachts  auf.

Übermäßiges Schwitzen kann ohne erkennbare Ursache auftreten. In der Jugend tritt das Phänomen vor allem im Bereich der Handflächen, Fußsohlen und/oder Achseln, Stirn und Kopf auf. Der Schweißausbruch hat dabei weder mit Aufregung noch mit körperlicher Anstrengung zu tun.

Ursachen für übermäßiges Schwitzen kann in den Wechseljahren, bei Übergewicht, bei Stress, oder sie als Symptom einer Erkrankung auftreten. Dazu gehören Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, etwa Schilddrüsenüberfunktion, Infektionen, Nervenstörungen, Krebsleiden oder psychische Erkrankungen wie Angststörungen. Zudem gehört verstärktes Schwitzen zu den Nebenwirkungen einiger Medikamente.

Redaktion: Welche homöopathischen medizinischen Produkte lindern die vermehrte Schweißproduktion?

Dr. Frass: Das vielleicht bekannteste homöopathische medizinische Produkt ist Calcium carbonicum, das in vielen Fällen helfen kann. Dazu gehört vor Verabreichung aber eine genaue medizinische Diagnostik.

Redaktion: Wie lange dauert die Therapie? Ist es empfehlenswert die Mittel dauerhaft anzuwenden?
Dr. Frass: Wie bei allen homöopathischen Behandlungen ist eine genaue, sorgfältige Anamnese unumgänglich. Man sollte in der Homöopathie nur in Ausnahmefällen ein Mittel dauerhaft einnehmen, sondern eine Heilung anstreben.

Prof.Dr.Frass vom AKH Wien mit wertvollen Ratschlägen rund ums Thema Sonnenstich

Der österreichische Homöopath Prof. Dr. Michael Frass

Redaktion: Welche Deodorants empfehlen Sie speziell für betroffene Personen? Worauf sollte man bei den Inhaltsstoffen achten?
Dr. Frass: Deodorants sollten frei von Aluminium sein, sie sollten nur sehr sparsam eingesetzt werden, Schweiß bedeutet auch eine Reinigung des Körpers, die nicht unterdrückt werden sollte.

Redaktion:  Was hilft noch um starkes Schwitzen zu lindern? Vielleicht ein bewährter Geheimtipp von Ihnen?
Dr. Frass: Es gibt in der Homöopathie gute Möglichkeiten bei Prüfungsangst oder nervösem Schwitzen einzugreifen. Wie schon ausgeführt, ist dazu eine genaue Anamnese erforderlich, da Homöopathie keine Routinemethode ist.

Was kann man noch tun?

Schwitzen ist gesund und notwendig. Die Schweißdrüsen geben Schweiß ab, dieser wiederum verdunstet und der Körper kühlt so lange ab, bis er seine normale Temperatur wieder erreicht. Übermäßiges Schwitzen jedoch kann unterschiedliche Gründe haben und dem sollte nachgegangen werden. Wie vor jeder homöopathischen Behandlung, rät Dr. Frass zu einer Anamnese, um die individuelle richtige Therapie zu finden. Allgemein sei Calcium carbonicum bei vermehrter Schweißproduktion gut einsetzbar, empfiehlt uns der Homöopath.
Außerdem, achte auf die Inhaltsstoffe des Deodorants und auf die richtige Kleidung. Naturstoffe wie Baumwolle und Leinen werden empfohlen. Baumwolle nimmt viel Schweiß auf trocknet jedoch langsam. Leinen hingegen ziehen auch schnell Wasser, lassen das es aber schneller verdunsten. Somit sind Leinen bei übermäßigem Schwitzen oder auch allgemein bei hohen Temperaturen eher geeignet.

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