Yoga und Achtsamkeit – Tipps für Anfänger von Sandra Kronimus

Yoga und Achtsamkeit – Tipps für Anfänger von Sandra Kronimus

Seit vielen Jahren gilt Yoga als die Trendsportart. Yoga ist jedoch so viel mehr als spannende Verrenkungen und schicke Leggins. Sandra Kronimus erzählt im Interview, was ihr Yoga im Alltag bedeutet, woher es ursprünglich kommt, wieso es keine Altersgrenze hat und wie man als Anfänger oder Anfängerin am besten beginnen kann.

Wer bist du und was bedeutet dir Yoga?

Sandra Kronimus: Yoga bedeutet für mich Zeit mit mir. Als alleinerziehende Mama und Qualitätsmanagerin bei der Firma Doskar, ist Zeit oft Mangelware. Umso wichtiger ist es für mich, Zeit für Yoga zu finden. Einfach nur im Moment sein, Kraft tanken, eigene Grenzen wahrnehmen, um achtsam darüber hinauszuwachsen. Dieses bewusste Wahrnehmen hat mir geholfen, mich selbst besser kennenzulernen, zu respektieren und zu akzeptieren. Wir neigen oft dazu unzufrieden mit dem eigenen Aussehen oder der eigenen Leistung zu sein. Meine Yogapraxis hat mir dabei geholfen, mich anzunehmen und vor allem wahrzunehmen was mein Körper und mein Geist können und dankbar dafür zu sein.

Woher kommt Yoga ursprünglich?

Sandra Kronimus: Yoga hat seinen Ursprung in Indien und existierte Bereits vor Beginn unserer Zivilisation. Es existieren 5000 Jahre alte Steinreliefs, die Figuren in Yogapositionen darstellen.

Das Wort „Yoga“ wurzelt im Sanskrit und bedeutet „sich vereinen“ oder „sich verbinden“. Es bezeichnet sowohl die Verbindung mit sich selbst und dem Universum, die auf Erfahrung beruht. Anders ausgedrückt hilft mir die Yogapraxis mich selbst besser kennenzulernen und bewusster zu werden.

Welche Vorteile bringt Yoga für den Geist?

Sandra Kronimus: Yoga beruhigt die Bewegungen im Geist, oder chitta vrittis, wie es in den alten Schriften heißt. Das bedeutet nichts anderes, als dass eine regelmäßige Praxis unsere Gedanken zur Ruhe kommen lässt. Die Asanas, also die Yogapositionen, können dabei unterstützen, den Weg ins Innere zu finden. Das bedeutet, dass ich durch den Fokus auf bestimmte Positionen meine Gedanken beruhige und für diesen Moment vergesse, was an diesem Tag alles passiert ist, worüber ich mich vielleicht ärgern musste oder was noch alles erledigt werden muss. Ich kann ganz fokussiert im Moment sein. Diese Ruhe im Geist ermöglicht es mir ganz präsent im Jetzt zu sein und den Blick nach innen zu richten, um in einen meditativen Zustand zu kommen.

Welche Vorteile bringt Yoga für den Körper?

Sandra Kronimus: Durch eine regelmäßige Praxis wird die Muskulatur gestärkt und flexibler. Aber vor allem lernt man seinen Körper besser kennen und bekommt ein besseres Körpergefühl. Man erkennt, wo man beweglich ist und welche Stellen noch unflexibler oder schwächer sind und mehr Achtsamkeit und Liebe benötigen. Wichtig ist, immer auf den Körper zu hören und nicht über seine Grenzen zu gehen.

Gibt es bestimmte Voraussetzungen, oder kann jeder und jede Yoga machen?

Sandra Kronimus: Grundsätzlich ist Yoga für jede und jeden geeignet, aber nicht jeder Yogastil passt zu jeder/jedem. Vielleicht muss man am Anfang verschiedene Stile durchprobieren und schauen, was am meisten Spaß macht. Es gibt so viele unterschiedliche Wege Yoga zu praktizieren. Ich kann zum Beispiel Yoga am Stuhl machen, wenn ich vielleicht schon etwas älter bin und mir meine Hüften oder Knie Schwierigkeiten bereiten, sanftes Yin Yoga um Ruhe zu finden, Ashtanga oder dynamisches Vinyasa Yoga wenn ich Yoga praktizieren möchte, das mich körperlich mehr fordert. Oder einfach zwischendurch kurz innehalten die Augen schließen und tief atmen – auch das ist Yoga. Yoga ist für alle und jedes Alter geeignet.

Wie beginnt man am besten mit Yoga, wenn man es noch nie gemacht hat?

Sandra Kronimus: Wenn man die Möglichkeit hat, würde ich einen Anfängerkurs in einem Studio empfehlen, um von Beginn an Positionen richtig und sicher zu erlernen. Ist dies nicht möglich, findet man unzählige Anleitungen und Videos im Internet. Hier kann man sich einfach durchprobieren und schauen, was am meisten Spaß macht und sich am besten anfühlt. Eine Möglichkeit sind natürlich unsere Doskar-Yoga Videos. Bis jetzt kann man auf unseren Social Media Kanälen 2 einfache Atemübungen finden, die dabei helfen kurz Ruhe zu finden und Stress loszulassen. Außerdem findet man hier einige einfache Übungen und einen kurzen Flow den man sitzend am Stuhl machen kann. Diese Übungen lassen sich leicht in den Alltag einbauen und können auch im Büro für ein bisschen Abwechslung sorgen.

Gibt es bestimmte Dinge oder Ausrüstung, die man benötigt?

Sandra Kronimus: Grundsätzlich braucht man nichts. Für Atemübungen und Meditationen sollte man am besten bequem sitzen. Dafür reicht ein Kissen oder ein Stuhl. Viele Asanas (Yogapositionen) kann man ganz einfach ohne Hilfsmittel üben. Wenn man sich dafür entscheidet, regelmäßiger praktizieren zu wollen, ist eine Matte und eventuell ein Yogablock hilfreich. Yoga passiert aber auch abseits der bewusst praktizierten Übungen. Achtsam sein im Alltag, Mitgefühl und Verständnis für seine Mitmenschen, eine Ernährung die keinem anderen Lebewesen schadet, auch das ist Yoga und dafür braucht man kein Equipment.

Welche Tipps hast du für Anfänger und Anfängerinnen im Yoga?

Sandra Kronimus: Wie vorhin schon erwähnt, suche dir, wenn möglich, ein Studio aus, das Anfängerstunden anbietet, oder noch besser, einen Anfängerkurs. Ich rate davon ab, in eine Open oder Fortgeschrittenenklasse zu gehen. Da wird man wahrscheinlich frustriert wieder rauskommen.

Yoga ist ein lebenslanger Weg, keine und keiner kann sich in der ersten Stunde zu einer Brezel verknoten und das ist ja auch nicht das Ziel.

Einfach ausprobieren und schauen was passiert, ist mein Tipp. Yoga ist der beste Neujahrsvorsatz.

Weiter imBlog

2021-12-29T11:24:55+01:00